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In
einer Zeitschrift stand damals sinngemдя zu lesen: ДSeht die
entmenschten Feinde! Das Schicksal Dresdens wollen sie ganz Deutschland
bereiten! Wenn wir uns nicht gemeinsam dagegen stemmen, werden wir
gemeinsam untergehen!У Und
es war, als rufe er von Walhall herab, als Joseph Goebbels drei Wochen
nach den Angriffen auf Dresden auf einer ДMassenkundgebungУ in
Gцrlitz sprach. In einem Saal war eine zusammengewьrfelte Schar von
Soldaten, Politischen Leitern, Hausfrauen, Rot-Kreuz-Schwestern,
Volkssturmkindern und -greisen versammelt, und ihnen rief der Minister zu,
es werde jetzt kein Pardon mehr gegeben. Er prophezeite in der Frontstadt
an der Neiяe: ДJene
Divisionen, die jetzt schon zu kleinen Offensiven angetreten sind und in
den nдchsten Wochen und Monaten zu Groяoffensiven antreten werden, sie
werden in diesen Kampf hineingehen wie in einen Gottesdienst. Und wenn sie
ihre Gewehre schultern und ihre Panzerfahrzeuge besteigen, dann haben sie
nur ihre erschlagenen Kinder und geschдndeten Frauen vor Augen, und ein
Schrei der Rache wird aus ihren Kehlen emporsteigen, vor dem der Feind
erblassen wird...У Im
Zusammenhang mit den Verlusten in Dresden wurde in jenen Tagen in Kreisen
der Fьhrung ein Vergeltungsplan erцrtert. Offenbar war es Hitlers Idee,
die Toten von Dresden durch die Erschieяung alliierter Flieger zu
rдchen. Beim Nьrnberger ДKriegsverbrecherprozeяУ kam es zu
folgender Aussage des Angeklagten Hans Fritzsche: ДDr.
Goebbels erklдrte in der hier mehrfach erwдhnten
11-Uhr-Vormittagskonferenz, in Dresden seien 40.000 Todesopfer zu
beklagen. Damals wuяte man noch nicht, daя die Zahl eine erheblich
hцhere war. Dr.
Goebbels fьgte an die Mitteilung: Nun mьяte aber mit diesem Terror so
oder so ein Ende gemacht werden, und Hitler sei fest entschlossen, die
gleiche Zahl englischer, amerikanischer und russischer Flieger in Dresden
erschieяen zu lassen, wie Einwohner in Dresden ums Leben gekommen wдren.
Er wandte sich dann an mich und forderte mich auf, diese Aktion
vorzubereiten und anzukьndigen. Es kam zu einem Zwischenfall. Ich sprang
auf und weigerte mich. Dr. Goebbels brach die Konferenz ab, er holte mich
in sein Zimmer, und es kam zu einer sehr erregten Aussprache, an deren
Ende ich ihn wenigstens soweit hatte, daя dieser Plan nicht durchgefьhrt
werden sollte...У Das
mag fьr unsere Zwecke genьgen als Beleg dafьr, daя im
Propagandaministerium mit 40000 Toten gerechnet wurde. Dort kannte man die
Meldungen des Dresdner Polizeiprдsidenten und ist wahrscheinlich durch
eine auf die Erfahrungen in anderen Stдdten gestьtzte Hochrechnung zu
dieser wesentlich zu niedrigen Zahl gekommen. Aus
dem Plan der Vergeltungserschieяungen im Ruinenmeer wurde
nichts und Fritzsche versuchte sich das als Verdienst anzurechnen.
Schlieяlich seien dann auch Goebbels und dessen Staatssekretдr Naumann
gegen die Massenexekution gewesen. Hans Fritzsche wurde gefragt, ob er
wisse, welchen Standpunkt Martin Bormann in dieser Sache eingenommen habe.
Er antwortete: ДNach
den mir bekanntgewordenen Schilderungen hatte er zuerst den Plan und den
Gedanken Hitlers zur Erschieяung dieser 40000 unterstьtzt, hat aber
nachher unter Einwirkung von Goebbels und Naumann die gegenteilige Haltung
eingenommen und mitgearbeitet, Hitler von dem Plan abzubringen.У *
* * Wir unsererseits ьberlegen uns, ob dieser nicht durchgefьhrte Vergeltungsplan, frьhzeitig realisiert, nicht das einzige noch verbleibende Mittel gegen die Terrorbombardierungen gewesen wдre, ob dadurch nicht Hunderttausende hдtten gerettet werden kцnnen... |